Himmelfahrt – LeseAndacht

Musik

Ganz herzlich heißen wir Sie zu dieser Andacht an Christi Himmelfahrt willkommen. Unsere Pfarrerin Barbara Münzenberg hat für uns den Gottesdienst vorbereitet, den wir Ihnen heute als Freiluft-Gottesdienst gerne zu Gehör bringen möchten. Zum Nachlesen können Sie ihn auch auf der webseite öffnen. Frau Münzenberg grüßt uns ganz herzlich, sie befindet sich weiterhin auf dem Weg der Genesung!

Wie alles, findet auch diese Zusammenkunft unter Gottes Wort unter besonderen Bedingungen statt. Wir treffen uns hier unter freiem Himmel, halten Abstand, verzichten auf die für uns selbstverständlichen Gesten wie das Hände reichen und die Umarmungen.

Aber!: Wenn alles gut geht, beenden wir mit diesem Gottesdienst den Lockdown in unserer Gemeinde. Ostern konnten wir nicht gemeinsam feiern. Das war mehr als schmerzlich. Immerhin befinden wir uns mit Christi Himmelfahrt noch im Osterfestkreis.

Wir können natürlich nicht einfach zur Normalität zurückkehren, als wäre nichts passiert, aber wir planen für Pfingstsonntag, 10 U in der Friedenskirche einen Gottesdienst unter bestimmten Hygienevorschriften gemeinsam mit Ihnen und euch zu feiern. Die weiteren Gottesdiensttermine entnehmen Sie bitte den Schaukästen, der Zeitung oder erfragen Sie diese bei den Presbytern. Unsere webseite werden wir auch wieder mit aktuellen Informationen füllen.

Wer Probleme mit dem Öffnen der webseite hat, möge sich bitte bei den Presbytern melden, wir helfen gerne weiter. Die heutige Kollekte, die wir beim Verlassen der Wiese einsammeln werden ist bestimmt für die Kindernothilfe. Über das Gemeindebüro kann jederzeit ein Spendenbetrag überwiesen werden!

Als wäre nichts passiert… Mit diesem Gedanken zu leben ist im Moment kaum vorstellbar und sollte es wohl auch nicht sein.

An diesem Feiertag tauchen wir in die Welt der Jünger Jesu ein, die die erste Zeit nach Ostern erleben. Ängstlich und zweifelnd, so waren sie nach Jesu Tod gewesen. Aber dann erfuhren sie, wie Ostern, die Auferweckung Jesu Christi, alles verändert hatte. Und sie glaubten. Jesus wäre nicht Jesus, wenn er sie nicht dabei unterstützt hätte. 40 Tage lang begegnete er weiter seinen Jüngerinnen und Jüngern, vergewisserte sie in dem, was sie als wahr für sich erkannt hatten: dass Gott in Jesus Christus lebt und Leben will und dass sein Lebenskonzept der Liebe tragfähig ist. Die Jüngerinnen und Jünger lebten in dem Bewusstsein weiter, dass eine Menge passiert war und dass sie eine neue Normalität im Leben vieler anstoßen würden. Und das auch jenseits der Geschichte von Jesu Himmelfahrt, die wir gleich hören werden.

Wir feiern diese Andacht im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen. In Gott sind Himmel und Erde verbunden. In Jesus Christus haben wir den Himmel auf Erden erfahren. Gottes Geist hilft uns, auf dieser Erde immer wieder ein Stück des Himmels sichtbar zu machen.

Kurze Musikpause

Wir meditieren über Psalm 47, Vers 2: Gott wurde König über die Völker, Gott hat sich auf seinen heiligen Thron gesetzt

Die Mächtigen kommen und gehen, Regierungen wechseln,maßgebende Reiche entstehen und verschwinden wieder.Was hat diese Welt nicht alles schon an Veränderungen erlebt, Revolutionen, Machtkämpfe und Krankheiten, ein ständiges Auf und Ab. Fast könnten wir denken, es wäre beliebig, was in der Welt geschieht.

Gibt es ein Ziel oder treiben wir nur so dahin? Woran haben sich die Menschen gehalten in den Stürmen der Geschichte, wenn sie unterzugehen drohten? Was hält uns in den Zeiten der Unsicherheit und Einsamkeit, was hält in uns den Glauben wach? Wer hat Acht auf uns und die Welt?

Gott ist König über die Völker, Gott sitzt auf seinem heiligen Thron. Es wird regiert, Gott ist König, er regiert die Völker, er herrscht über die Welt. Freut euch, singt mit lauten Stimmen, zieht alle Register. An allen Enden der Erde soll anerkennend zu hören zu sein: Gott ist König über die Völker, Gott sitzt auf seinem heiligen Thron.

Lassen Sie uns zusammen beten: Wie ein großes Zelt hast du, Gott, den Himmel über uns gespannt. Über unsere Welt, über unsere Zeit, über unser Leben. Dein Himmel. Das Zelt, das uns behütet, das uns beschützt, das uns birgt. Und das uns doch nicht einengt, sondern das unseren Blick weitet für alles, was du uns schenkst wie im Himmel, so auf Erden. Dank sei dir, Gott. In allen Zeiten und an allen Orten.  Amen.

Kurze Musikpause

(2 Personen stehen sich gegenüber für Frage und Antwort über den Himmel) Ohne Vorankündigung beginnt Stella!

Wo könnten wir den Himmel suchen?

Wir sehen die Wolken über uns hinziehen, wir blicken auf zum Sternenzelt und Firmament. Wir können diese Weite nicht begreifen, mit den Augen nicht und auch nicht mit dem Verstand.

Wer kann den Himmel finden, wer kann seine Tiefe ausloten, wer zeigt uns den Weg dorthin?

Vom Reich der Himmel sprach Jesus, und die Menschen spürten, wie nah sie diesem Himmel sind. Dort soll es keine Tränen geben, kein Leid, keine Krankheit und keinen Schmerz. Da werden die Kranken geheilt, und die Traurigen und Betrübten werden lachen können. Gefangene werden frei und Unterdrückte aufrecht gehen, keine Waffen wird es mehr geben, die ganze Welt wird Frieden atmen.

Wie kann dieser Himmel zur Erde kommen, wo ist der Ort, an dem sich beide berühren?

Wir haben den Himmel nicht, wir haben aber das Wort, das Versprechen Gottes. Wo Menschen im Namen dieses Wortes frei werden, wo sie Gerechtigkeit spüren und, wenn auch nur für den einen Moment, Frieden erleben, dann können wir sagen, der Himmel hat sich zur Erde geneigt, wir haben hier schon Gottes Reich erlebt. Wir brauchen den Himmel nicht zu suchen, in Gottes Wort kommt er zu uns.

Wir hören Gedanken zu  Lukas 24, 50-52 (Jesu Himmelfahrt)

Der Segen blieb ihnen, den Jüngerinnen und Jüngern. So nahmen sie Abschied, die ihm gefolgt waren durch Galiläa, durch Juda und auch durch Samarien. Am Ende führte Jesus sie nach Betanien, das war der letzte gemeinsame Weg. Und er hob die Hände auf und segnete sie. Es sind diese Hände, die geheilt haben, die Naturgewalten gestoppt haben, die selbst Tote zum Leben auferweckt haben. Die Menschen, die um ihn waren, werden nicht allein bleiben. Er hat ihnen den Heiligen Geist verheißen, der wird sie stärken mit der Kraft Gottes. Und als er sie segnete, da verließ er sie und fuhr auf in den Himmel. Sie kehrten von Betanien nach Jerusalem zurück, glücklich und voller Freude, und wurden und blieben Botinnen und Boten des Erhöhten. Immer wieder erzählten sie vom Himmel, der nach Gottes Willen die Erde berührt hat und in Zukunft weiter berühren wird.

Kurze Musikpause

Kluge Gedanken zu Psalm 14, Vers 2: Der Herr schaut vom Himmel auf die Menschenkinder, dass er sehe, ob jemand klug sei und nach Gott frage.

Wie war es bei Ihnen? Gab es dieses Bild auch: Gott hoch im Himmel, auf einer Wolke thronend und alles im Blick? Je nachdem, wie wir mit diesem Bild aufgewachsen sind, stellen wir uns dabei Gott als wohlwollend-gütig oder drohend-tadelnd vor. Gott, der vom Himmel aus alles überblickt, kann man nichts vormachen. Adam nicht, als er die verbotene Frucht isst, aber auch der ängstliche Mose nicht, den Gott sieht und ermutigt: Ich bin mit dir. Vertrau auf meine Begleitung. Und du kannst mich bei meinem Namen nennen, so wie ich dich bei deinem Namen rufe. Vielleicht haben Sie sich irgendwann von diesem Bild des Gottes hoch im Himmel verabschiedet, hat sich Ihr Gottesbild weiterentwickelt, angepasst an das, was Sie in der Welt erfahren haben. Es ist weiter geworden und kompatibel zu dem, was Sie erlebt haben. Dann passt dieser Satz nicht mehr ohne weiteres: Gott hoch im Himmel mit Blick auf der Menschen Gewimmel! Und dass der Menschen Gewimmel nicht immer so einfach zu ertragen ist, erleben wir jeden Tag. So formuliert es ja der Psalm, aus dem der eingangs zitierte Vers stammt.

Der Herr schaut vom Himmel auf die Menschenkinder, dass er sehe, ob jemand klug sei und nach Gott frage. Man hat nicht einmal gewagt, ihn in die Psalmsammlung unseres Gesangbuches aufzunehmen, so depressiv ist seine Grundstimmung. Von lauter Gottlosen ist im Psalm 14 da die Rede, von Unterdrückung der Armen, Ungerechtigkeit und Ausbeutung. Ziemlich trostlos, dieses Szenario, entstanden aus den Erfahrungen eines bedrückenden Exils. Das passt nun wirklich nicht hierher, zu diesem Himmelfahrtstag, an dem wir uns von Jesus selbst in der Zuversicht unseres Glaubens bestätigt wissen wollen. Doch ob jemand klug sei und nach Gott frage – das passt hierher, zu Himmelfahrt und mitten in das Leben in dieser besonderen Zeit. So vieles ist fragwürdig in dieser Zeit, die von Problemen und Sorgen gezeichnet ist, für die wir keine Vergleiche oder erprobte Lösungen haben. Das lässt uns fragen, möglicherweise über das hinaus, was normalerweise unmittelbar vor Augen liegt. Es ist eben nicht ein Zeichen der Beschränkten, dass sie nach Gott fragen, sondern der Klugen. Die, die den Dingen auf den Grund gehen, begreifen, dass sich in dieser Welt, in diesem Leben nicht alles von selbst erklärt, nicht alles selbst-verständlich ist. Es wäre zwar zu einfach, Gott für alles herhalten zu lassen, was wir nicht verstehen oder erklären können. Gott ersetzt nicht unsere Vernunft und unseren Verstand. Die sind schließlich auch von Gott geschenkt – auch wenn wir mitunter daran zweifeln…

Aber: Ich finde, der Psalmbeter hat Recht darin, dass es gerade die Klugen sind, die um das Geheimnis der Welt wissen und darum nach Gott fragen. Dabei sehnen wir uns nach Antworten. Manchmal scheinen sie auszubleiben. Manchmal scheint sich Gott wirklich weit in den Himmel zurückgezogen zu haben. Manchmal können wir die Antworten einfach nicht hören, weil sie im Getriebe der Welt untergehen. Und manchmal verstehen wir die Zeichen nicht zu lesen, die uns das Geheimnis enträtseln könnten. So ist das mit dem Gewimmel der Welt. Und darauf beruft sich unser Glaube: dass Gottes Blick auf allem ruht – ob wir es merken oder nicht. Wunderbar, quasi der Himmel auf Erden, ist es, wenn wir das wohltuend spüren. Manchmal schreit es aber auch zum Himmel, wenn wir nicht verstehen, warum manches so ist und manches anders. Gott bleibt in vielem Geheimnis der Welt. Aber Gott hat sich in vielem enträtselt durch Jesus Christus, darin, wie er Gottes Liebe der Welt neu geschenkt hat. Himmlisch und irdisch, geheimnisvoll und begreifbar zugleich. Gott eben…

Kurze Musikpause (Da berühren sich Himmel und Erde)

Wir halten Fürbitte: Gott, wir sehnen uns danach, dass sich Himmel und Erde in unserem Leben berühren. Dass diese Sehnsucht immer wieder Wirklichkeit werden kann, darum bitten wir dich, um deine Hilfe.

Wir bitten dich für die Menschen, die einsam sind, die krank sind und Angst haben vor dem, wie es weitergeht. Hilf, dass auch sie etwas vom Himmel spüren und Freude empfinden.

>>> 8 Takte „Da berühren sich Himmel und Erde“

Wir bitten dich für die, die im Krieg oder auf der Flucht überleben müssen, die verletzt werden, hungrig und ohne Obdach sind. Hilf, dass dort die Kräfte des Himmels gestärkt werden und Friede und Gerechtigkeit sich durchsetzen.

>>> 8 Takte „Da berühren sich Himmel und Erde“

Wir bitten dich für unsere Erde, deine Schöpfung, die immer noch ausgebeutet wird. Bewahre Himmel und Erde vor der Zerstörung und hilf uns, dass auch wir dazu beitragen, deine Schöpfung zu bewahren.

>>> 8 Takte „Da berühren sich Himmel und Erde“

Wir bitten dich auch für die, die auch heute alle Kräfte einsetzen um spürbar zu machen, wie Himmel und Erde sich berühren: alle Pflegerinnen und Pfleger, die nicht nachlassen in ihrer Sorge um Kranke und ältere Menschen, alle Menschen, die dieser Welt ein freundliches Gesicht in Gottes Sinn geben. Hilf uns, ihre Leistungen hörbar zu würdigen und lass sie zum Vorbild für unser eigenes Handeln werden.

>>> 8 Takte „Da berühren sich Himmel und Erde“

Denn dass Himmel und Erde einander heilsam berühren, dass ist dein Wille. Und gemeinsam beten wir:  

Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute, und vergib uns unsre Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. 

Wir bitten um den Segen

Gott segne und behüte dich.

Wo auch immer das Glück sein mag, mögest auch du dort sein.

Wo ein freundliches Lächeln ist, möge es dir gelten.

Wo die Sonne scheint, möge sie dir den Tag so hell wie möglich machen.

Mögest du lernen, deinem Selbst eine gute Freundin, ein guter Freund zu sein.

Der Gott, der dich schuf, geleite dich. Der Gott, der dich bei deinem Namen rief, führe dich.

So segne und behüte dich der liebende Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

Wir singen oder summen gemeinsam mit Schutzmaske das Lied „Da berühren sich Himmel und Erde“, 1 – 3

Bleiben Sie gesund und behütet – Auf Wiedersehen!