So ging Evangelisch_der Abend

„So geht Evangelisch“ wurde am 14.02.2017 zu
„So ging Evangelisch, nämlich in Grefrath und Oedt“
Im Rahmen des Reformationsjubiläums trafen sich in der Friedenskirche um 19:30 U ca.

38 interessierte Menschen verschiedener Konfessionen. Es sollte eine Brücke geschlagen werden vom JETZT zu den Spuren protestantischen Lebens nach der Reformation, vor 1945 und in der Nachkriegszeit. Als Zeitzeugen mit einem enoren Schatz an Erinnerungen hat uns das Ehepaar Schöllhammer mitgenommen auf eine Reise zu den Anfängen kirchlichen Lebens in Grefrath und Oedt. Pfarrerin Barbara Münzenberg hat Festschriften, Bilder und Aufzeichnungen mit einem Vorbereitungsteam gesichtet und damit einen roten Faden durch die 2-stündige Veranstaltung gelegt.
Immer wieder kamen zusätzlich von einigen Besuchern interessante Anmerkungen zu den zum Teil sehr persönlichen Schilderungen des Ehepaares, so dass der Abend alles andere als langweilig war. Noch intensiver wurde die Beteiligung der Zuhörer, als der Beginn der Baumaßnahmen 1957 /58 für beide Kirchen ins Gespräch kam. Und mit dem ersten Pfarrer K. Th. Münzenberg wurde dann auch endlich die Ev. Kirchengemeinde Grefrath /Oedt 1961 gegründet. Außergewöhnlich noch einmal die Schilderungen, dass Gottesdienste sowohl in Privatwohnungen als auch  in Räumlichkeiten der Katholischen Kirche statt finden konnten, bis die eigenen Kirchen fertig gestellt waren. War es Vorhersehung, Zufall oder glückliche Fügung, dass der Vater unserer heutigen Pfarrerin den Grundstein für unserer Gemeinde gelegt hat?
Besonders für zugezogene oder jüngere Gemeindeglieder war es immer wieder überraschend zu hören, wie nahe sich die Menschen damals waren und Hilfsbereitschaft und Nächstenliebe intensiv gelebt wurden – für manche digital- und netzwerkverbundenen Menschen heute fast unvorstellbar. Gleichzeitig haben wir uns gefreut, dass so viele Menschen ein großes Interesse an der Entwicklung unserer Gemeinde hatten und wollen weiter daran arbeiten, auch in Zukunft eine einladende Gemeinde zu sein.

Der Abend passte als Ganzes hervorragend in das Reformationsjahr hinein, denn Reformation leitet sich ab von „reformatio“ im Sinn von „Wiederherstellung / Erneuerung“. Wenn wir Erneuerung auch als „Rückbesinnung“ annsehen, sollte es jetzt unsere Aufgabe sein, alle geäußerten Gedanken und Schilderungen zusammen zutragen und die Chronik unserer Gemeinde dort weiter zu führen, wo sie im Laufe der vielen Jahre und Umbrüche auf der Strecke geblieben ist. Eine Rückbesinnung und „nicht vergessen wie es mal war“ als wertvoller Schatz für die nächsten Generationen.
Bilder von Alexandra Henoch